Von 14. bis 30. April 2006 bereiste ich mit meinem damaligen Freund Alex das afrikanische Land Kenia. Da das Reisen auf eigene Faust in diesem Dritte-Welt-Land doch etwas gefährlich ist, entschieden wir uns diesmal ausnahmsweise, anstelle einer Eigenorganisation eine Pauschalreise von Hofer Reisen zu buchen. So traten wir am Abend des 14. April unsere Reise des African Safari Club an.
Die ersten und letzten Urlaubstage verbrachten wir im Hotel Paradise Beach etwa 20 km nördlich von Mombasa, dazwischen waren wir sechs Tage lang auf "Big Five"-Safari.
Attraktion des Strandhotels waren vor allem die Meerkatzen, denen man vom Balkon sowie vom Poolbereich aus beim Balkonspringen, Palmenklettern und Essen stibitzen zusehen konnte.
Von der Hotelanlage aus hatten wir einen wunderschönen Blick auf den Paradise Beach.
Wir waren nur ein einziges Mal im Meer baden. Dass wir den Swimmingpool des Hotels dem Meer vorzogen, hatte zwei Gründe: Erstens wurde man am Strand jedesmal von zahlreichen "Beach Boys" belästigt, die ihre handgefertigten Holzfiguren, Schmuck etc. an den Touristen anbringen wollten. Und zweitens wurde im Meer immer viel Seetang angeschwemmt, der die Freude am Schwimmen trübte.
Einmal nahmen wir an einer halbtägigen Mombasa City-Tour teil. Wir wurden mit dem Bus durch die Stadt chauffiert, dort sahen wir das Wahrzeichen Mombasas, die Tusks, das sind riesige Elefantenstoßzähne, die die Durchfahrtsstraße zieren. Ein Stück spazierten wir schließlich zu Fuß vorbei am Gemüsemarkt und weiter durch ein Wohn- & Geschäfteviertel inmitten der Stadt. Betroffen waren wir von der Armut der Einwohner Mombasas, es wimmelt nur so vor bettelnden Kindern, schon die Dreijährigen sind zum Betteln erzogen. Von den häßlichen Häusern der Armen stark abgehoben hat sich der blitz-blank-saubere Jain Temple, den wir auch von innen besichtigten.
Am Ende der Tour waren wir noch beim Fort Jesus, einer zum Schutz gegen arabische Angreifer im 16. Jahrhundert errichteten Festung. Wir sahen uns die Anlage von außen an und ersparten uns somit das Eintrittsgeld.
Schließlich gings am 21. April auf Safari. Wir fuhren mit dem Bus zum Tsavo East National Park. Bevor wir unsere Tour durch den Park starteten, stärkten wir uns zu Mittag in der Sagala Lodge, welche ein absolutes Vogelparadies ist. Für die ca. 100 km, die wir durch den National Park fuhren, ließen wir uns den ganzen Nachmittag Zeit. Der Tsavo East National Park ist sehr eisenhältig, das erkennt man an der teilweise sehr roten Färbung der Erde. Man sieht viele Termitenhügel und mit wachsamem Auge erspäht man immer wieder mal interessante afrikanische Tiere wie Antilopen, Elefanten und Geparden.
Nach unserer Ankunft im Crocodile Camp wurde uns das Abendessen serviert, anschließend gab es eine Crocodile Show (=Krokodilfütterung). Wir übernachteten in großen 2-Personen-Zelten, die fix überdacht und an Bad/WC angeschlossen waren. Am nächsten Morgen unternahmen wir wieder eine Pirschfahrt in den Tsavo East National Park. Vor und nach dem Mittagessen konnten wir in den Pool hüpfen und nochmals Krokodile beobachten.
Um 16:00 Uhr ging unser erster Inlandsflug mit einer 20-Passagier-Maschine ins Kilimanjaro Kimana Tierreservat.
Dort angekommen, unternahmen wir gleich eine Safariausfahrt und fuhren erst dann zu unserer neuen Unterkunft, der Leopard Lodge. Hier kann man ständig den Blick auf den höchsten Berg Afrikas, den 5895 m hohen Kilimanjaro, von dem sich jedoch der Großteil in Tansania befindet, genießen, sofern er nicht komplett von Wolken verhüllt ist.
Am Vormittag des 23. April stiegen wir wieder ins Flugzeug, und zwar gings diesmal in die Maasai Mara. Dort waren wir im Buffalo Camp einquartiert. So wie das Crocodile Camp befindet sich auch dieses gleich neben einem Fluss (der Mara), somit konnten wir hier "Happy Hippos" beobachten. Von 23. bis 25.4. unternahmen wir wieder mehrere Pirschfahrten. Auf diesen konnten wir beobachten, wie die Giraffen majestätisch durch die Wiesen stolzierten.
Einen besonderen Anblick bot die Löwenfamilie, die wir auf der Morgenpirsch von nächster Nähe beobachten konnten. Die Kinder trainierten durch gegenseitiges Spielen ihren Jagdtrieb, Mama war in der Nähe und Papa wollte im Gebüsch seine Ruhe haben. Nach ein paar Minuten aber ließ auch Papa Löwe sich blicken. Hier ein Videoausschnitt: Papa Löwe
Am letzten Tag in der Maasai Mara besichtigten wir ein Massaidorf. Die Massai begrüßten uns sehr herzlich mit Händedruck und Chorgesang. Auch ein Kinderchor sang uns ein Ständchen.
Wir durften auch eine Massai-Hütte von innen betrachten. Die Massai-Hütten haben keine Fenster, sie sind also sehr dunkel. Mir hat der Rauch der offenen Feuerstelle schnell in den Augen gebrannt, so habe ich die Hütte schnell verlassen und bei den Schmuckgegenständen, die die Massai im Freien verkaufen, nach einem Mitbringsel für meine Schwester gestöbert.
Um die Mittagszeit des 25. flogen wir wieder zurück ins Kilimanjaro Kimana Sanctuary. Besonders schön war vom Flugzeug aus der Blick auf den Lake Magadi.
Und wieder hatten wir die Gelegenheit, auf Pirschfahrten teilweise mit Blick auf den Kilimanjaro die afrikanische Tierwelt zu beobachten. Diesmal verhalf uns ein Regenbogen zu interessanten Fotomotiven, wie etwa diese Landschaftsimpression mit Zebras.
Termitenbauten hatten wir zwar auch im Tsavo Ost Nationalpark sehr viele gesehen, doch die Gelegenheit, einen in groß zu fotografieren, hatte ich erst hier im Kilimanjaro Kimana Tierreservat.
Weiters fuhren wir zu einem Tiergehege, wo ausgesetzte, teils verletzte Löwen wieder aufgepäppelt wurden, um sie nach ca. drei Jahren frei zu lassen.
In der Nähe der Zebra Lodge ließen sich wiederum Hippos beobachten.
Am Nachmittag des 26. April traten wir unsere Rückreise nach Mombasa an. Besonders schön fand ich kurz vor dem Landen den Anblick der Palmen von oben.
Die letzten Urlaubstage waren wettermäßig nimmer so schön. Am 27. April hatten wir noch Glück, dass es nicht viel geregnet hat, der 28. war aber total verregnet. Trotzdem aber war das Wasser am Pool noch warm, sodass ich mich schließlich doch für ein paar Schwimmrunden entschied. Auch am 29. schien kaum die Sonne, aber immerhin regnete es auch nicht viel. Nach der Wassergymnastik im Swimmingpool unternahmen wir einen Ebbespaziergang im Meer, um uns die abgestorbenen Korallen anzusehen.
Am 30. April wurden wir schon um 3:50 Uhr geweckt, da unser Rückflug nach Wien um 9:00 Uhr ging. Wenn wir auch vor dem Abflug hie und da längere Wartezeiten hatten, so ging zumindest der Rückflug recht flott voran, wir waren nur 7 1/2 Stunden unterwegs, bis wir heil in Wien Schwechat landeten.
Was gibts zum Schluß noch zum Urlaub zu sagen?
-
Auf unserer sechstägigen Safaritour ließen sich unzählige Tiere beobachten. Mit Ausnahme der Leoparden haben wir alles gesehen, was einem in Kenia nur so unterkommen kann: Antilopen, Gnus, Elefanten, Affen, Löwen, Geparden, Warzenschweine, Nashörner, Krokodile, Flußpferde, Zebras, Giraffen, Büffel, Hyänen, Schakale, Strauße, Störche etc.
-
Ursprünglich hatte ich damit gerechnet, dass wir auf Safari von den Wildtieren immer durch sichere Zäune abgeschottet seien. Dem war aber gar nicht so. Wir stiegen auch immer wieder mitten in der Wiese vom Safariwagen aus. An den Lodges wurden wir nach dem Abendessen durch Massais zu unseren Hütten begleitet, um unliebsame Zusammenstöße mit Hippos oder Löwen zu vermeiden.
-
Dafür, dass gerade Regenzeit war, hatten wir großes Glück mit dem Wetter: Es hat nur einmal den ganzen Tag über geregnet, an vier Tagen ca. 1-3 Stunden, an einem Tag ca. 1/2 Stunde, an sechs Tagen jeweils nur für ein paar Minuten und an vier Tagen gar nicht.
-
Auch Mückenstiche habe ich mir nur wenige (ca. 10 während des gesamten Urlaubs) geholt und Alex wurde gar nicht gestochen. Wir haben gar nicht viele Mücken gesehen, wahrscheinlich hat dazu der Nobite-Insektenschutz viel beigetragen.
-
Anstelle dieser waren aber einige andere Stiche, und zwar vorbeugende Impfungen, notwendig. Ich hab mich längst nicht alles impfen lassen, was mir vom Tropeninstitut empfohlen wurde, trotzdem hat meine Medizinische Vorsorge 337 EUR verschlungen. In diesen Preis inkludiert sind diverse Impfungen (Hepatitis, Typhus, Gelbfieber), die Hepatitis-Titerbestimmung, Malaria-Prophylaxe, Durchfalltabletten sowie das Nobite für Kleidung und Haut.
-
Alex hat auf unserer Reise viel gefilmt und daraus eine wunderschöne Dokumentation auf DVD zusammengestellt, die ich interessierten Verwandten, Freunden und guten Bekannten auch gerne zum Ansehen borge. Der Film dauert 1 h 19 min. Er beinhaltet hauptsächlich die Tierwelt Kenias, zeigt aber auch den Strand, die Stadt Mombasa, die Landschaften aus Vogelperspektive etc.
Seite zuletzt aktualisiert am 12.12.2008